Perückentauben

Zuchtstand Gesamteindruck und Haltung Struktur
Kopf, Augen, Schnabel und Beine Hals, Rücken und Flügel Farbenschläge
Farbe und Zeichnung Zuchtstand der Farbenschläge Fachbegriffe

 

Herkunft

 

Die Perückentauben wurden im 12. Jahrhundert durch holländische Seefahrer  aus Indien nach Europa gebracht. Sie fanden in West- und Mitteleuropa eine sehr rasche Verbreitung und sind nun als eigenständige Rasse schon fast 400 Jahre bekannt. Die Perückentaube hat ihren heutigen Zuchtstand und Ihre Vollkommenheit aber erst Ende des vergangenen Jahrhunderts erreicht. Im Laufe der Zeit hat sie ihre Erscheinung und ihren Namen vielfach gewechselt. Namen wie "Cappers", Schleiertaube, Ratsherren, Jakobiner und Mähnentaube finden wir in der langen Geschichte der Perückentaube als Bezeichnung. Übrigens nennt man sie noch heute in England und Amerika "Jacobin" und in Holland und Belgien "Raadsher".

 

 

Zuchtstand

 

Keine andere Rassetaube hatte in den letzten 50 Jahren ähnliche durchgreifende Veränderungen durchzumachen, um das gesteckte Zuchtziel zu erreichen. Durch harten Züchterfleiß, mit immer regem Austausch von besten Zuchttieren unter den Mitgliedern im Sonderverein Deutscher Perückentaubenzüchter, gelang es den Züchtern, die Perückentauben von einer reinen Strukturtaube , die sich meist in gedrungener Haltung präsentierte, zu einer Taube zu züchten, die auf Ausstellungen durch Ihre Ausstrahlung, Eleganz und herrliche Struktur jeden Besucher in seinen Bann zieht. Nicht verschweigen wollen die Züchter, daß gerade innerhalb der vergangenen 10 Jahre Importtiere aus den USA bei der Zucht viele gute Dienste geleistet haben, um das Aussehen und den Charakter der jetzigen Perückentaube zu erreichen.

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Gesamteindruck und Haltung

 

Der neue Standard verlangt einen mittelgroßen Körper mit aufgerichteter Haltung, die stolz und herausfordernd sein soll. Hauptmerkmal ist die durch enorme Federlänge auffallende runde Struktur und Stellung des Halsgefieders. Die Figur und Struktur sind bei allen sonstigen Anforderungen das wesentliche Rassemerkmal. Unter einem mittelgroßen Körper verstehen wir einen nicht zu kleinen, aber auch nicht zu klobigen oder gar breitbrüstigen Körper. Figur und Struktur müssen harmonisieren, richtig zueinander in Einklang stehen. Mit Bestimmtheit ist die Körpergröße unserer Rasse für eine feine Figur von ganz erheblicher Bedeutung. Perückentauben mit klobiger Figur fehlt gleichzeitig die Eleganz, der Stolz und das Herausfordernde, einfach das schönste Rassemerkmal. Auch allerbeste Struktur kann über solche rassischen Mängel nicht hinwegtäuschen.

Die Haltung ist sehr aufrecht. In dieser Stellung wird die Brust hoch herausgetreten und der Kopf gleichzeitig leicht nach hinten gedrückt. Die Beine sind in dieser Haltung auf das äußerste angespannt. Perückentauben in Paradestellung begeistern den Züchter immer wieder und zwingen diesen zum verweilen im Taubenschlag. Selbstverständlich wollen wir keine Tiere, die in Paradestellung auf dem Schwanz aufsitzen. Die sogenannten "Schwanzreiter" sind verpönt. Als ausgesprochene Strukturtaube wird bei der Perückentaube besonderes Augenmerk auf die stolze Haltung mit schmalem und möglichst kurzem Körper gelegt. Auf diesem soll die eigentliche Perücke aufbauen und wie aus einem Guß formvollendet wirken, obwohl sie aus drei Teilen besteht. Mit der Forderung in der Musterbeschreibung im Körper möglichst kurz und schmal, setzt die Natur ihre natürlichen Grenzen. Einmal muß eine gewisse Körpergröße vorhanden sein, um der Rasse eine ästhetische Wirkung zu wahren. Zum anderen wird mit übertriebenem kleinem Körper auch die gesamte Federstruktur zu kurz, womit der Rasse der Hauptadel genommen wäre. Auch die Vitalität könnte darunter leiden. Eine gewisse Körpergröße muß damit ein Zuchtziel bleiben. Zu einer feinen Perückentaube gehört ferner ein langer Hals, denn nur an einem langen Hals kann sich das Hauptrassemerkmal, die Perücke voll entwickeln. Nun wird sehr oft angenommen, daß die längste Feder auch die Beste ist. Neben der Federlänge ist aber auch auf genügend Federdichte, sprich Federfülle der Strukturfeder zu achten. Was nützt eine lange Feder, wenn sie sperrig, dünn und dazu lückenhaft in der Mähne ist.

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Struktur

 

Das eigentliche Rassemerkmal der Perückentaube ist die Struktur. Dreigeteilt ist sie für den Züchter und doch soll sie für den Außenstehenden wie eine Einheit erscheinen. Ausgangspunkt der Struktur ist die Rose. Sie ist ein Wirbel an beiden Seiten des Unterhalses. Die Federn gehen strahlenförmig nach allen Seiten und bilden so Mähne, Hut und Kette. Die Struktur der Perückentaube soll von der Seite gesehen so ausladend wie möglich, von vorne und von hinten gesehen aber nicht zu breit erscheinen. Die einzelnen Federn der Perückentaube strahlen von der am Unterhals gelegenen Rose aus. Je höher der Sitz der Rose ist, desto besser ist es für die gesamte Anlage der Strukturfedern. Ein wichtiges Rassemerkmal in der Gesamtheit der Struktur bildet die Hutfeder. Früher etwas vernachlässigt, kommt dem Hut heute eine große Bedeutung zu. Er muß auf alle Fälle voll und dicht sein und von oben herab auf den Kopf fallen, aber nicht aufliegen. Ein guter Hut geht wie eine Rundhaube um den Kopf herum, ohne Knick, weder spitz noch eckig zu werden. Am besten sieht man es wenn der Hut nicht geputzt ist. In diesem Fall müssen die Stützfedern in der Kopfmitte den Hut durchstoßen, was wir als den sogenannten Dorn bezeichnen. Die beiden Hutenden links und rechts werden ebenfalls von längeren Stützfedern durchbrochen. Diese werden als die sogenannten Hörner bezeichnet. Wenn also der Dorn und die beiden Hörner vorhanden sind, ist der Hut absolut korrekt. Einen breiten Hut brauchen wir zudem auch besonders wegen des Sichtfeldes der Tauben. Nur wenn ein breiter Hut vorhanden ist, ist auch das Sichtfeld der Perückentaube gewährleistet. Ein breiter Hut öffnet die Kette im oberen Bereich des Kopfes.

Die auffallendste Zierde der Perückentaube ist die Mähne. Diese soll geschlossen und vollkommen dicht sein. Gerade in der Mähne haben viele Tauben die häufigsten Mängel. Man sollte aber bedenken, daß die Mähne erst dann ihre vollkommene Dichte erreichen kann, wenn alle Federn vollständig ausgewachsen sind. Mit der Mähne die möglichst ausladend geformt sein soll, bekommt die Perückentaube erst Ihre imposante Erscheinung. Besonders wegen der Mähne sollte man auf eine stabile und feste Federqualität achten, denn wenn die Feder zu weich wird, ist sie meist lose, offen und hängt unschön nach unten. Damit ist oftmals der rassische Wert der Perückentaube dahin. Die Fortsetzung der Halsstruktur nach vorne und nach unten wird Kette genannt. Sie muß so tief und so ausladend wie wie möglich nach unten verlaufen. Auf einen korrekten Kettenansatz ist zu achten. Oftmals ist die Feder im Kettenansatz zu kurz oder lückenhaft. Die Kettenfeder soll so ausladend wie die Mähne sein, denn sonst kann die Struktur im ganzen betrachtet niemals rund sein. Wie bereits erwähnt solll die Rose den Mittelpunkt der Struktur bilden. Deshalb ist es wichtig, daß die Mähne und die Kette gleich ausladend sind. Die Kettenfeder soll dicht und glatt sein und flach anliegen. Oftmals sieht man Tauben deren Kettenfedern sich aufstellen. Dies ist unerwünscht. Von vorne gesehen soll die Kettenfeder (wie es auch das Musterbild zeigt) bis etwa zur Kehle hin schließen. Denn nur so ist gewährleistet, daß unserer Perückentauben auch ein einwandfreies Gesichtsfeld besitzen.

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Kopf, Augen, Schnabel und Beine

 

Der Hinterkopf soll möglichst breit sein, damit wir eine breite Hutfeder bekommen. Die Stirn ist abgerundet. Alle Farbenschläge müssen perlfarbige Augen besitzen. Allerdings begnügen wir uns mit Perlaugen , die in der Iris weder gelb noch rot oder braun sind. Das dunkle Auge (sogenanntes Faulauge) oder gar auslaufende und eckige Pupillen sind grobe Fehler. Der Augenrand wird blaß bis rötlich toleriert. Der Schnabel soll mittellang und kräftig sein. Der Oberschnabel ist hell, die Unterschnabelfarbe ist ohne Bedeutung, kann also auch dunkel oder angelaufen sein. Die Beine sind kurz bis mittellang. Tauben in bester Haltung wirken im Stand zuweilen etwas höher, als sie in Wirklichkeit sind. In Paradestellung, wenn die Tiere besonders erregt sind, ziehen sie den Körper besonders hoch. Dieses Merkmal ist ein Muß für den heutigen Zuchtstand. Denn Perückentauben die sich im Ausstellungskäfig nicht präsentieren, können bei allen anderen Vorzügen, nichts mehr gewinnen. Die Krallenfarbe ist ohne Bedeutung.

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Hals, Rücken und Flügel

 

Der Hals der Perückentaube ist der Träger der Struktur, das tragende Fundament für Mähne und Kette. Perückentaubenzüchter wissen, daß die Qualität der Struktur mit der Halslänge eines Tieres steht und fällt. Der Hals kann niemals lang genug sein. Der Rücken der Perückentaube soll mittellang, schmal, weder gewölbt noch durchgedrückt sein. So wäre er ideal. Ist der Rücken dann fast abgedeckt, so ist es um so besser. Die Flügel müssen das Schwanzende fast erreichen, dürfen jedoch keinesfalls länger sein und nicht kreuzen. Sie müssen auf dem Schwanz aufliegen und sollen auf keinen Fall durchgebogen (sogenannte Säbelschwingen) sein.

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Farbenschläge

 

Die Perückentauben werden in 12 anerkannten Farbenschlägen gezüchtet. Es sind die Farbenschläge Schwarz, Rot, Gelb, Blau mit schwarzen Binden, Blau ohne Binden, Blaufahl, Rotfahl, Gelbfahl, Getigerte in Schwarz, Rot und Gelb sowie einfarbig Weiß.

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Farbe und Zeichnung

 

Zu der außergewöhnlichen Struktur der Perückentauben kommt die aparte Mönchzeichnung. Bis auf die Weißen haben alle Farbenschläge diese Zeichnung. Weiß sind sechs bis zehn Handschwingen, der Schwanz mit Decke und Keil. Der Kopfschnitt verläuft unter dem Schnabel und nahe unter den Augen. Bei der Bewertung der Farbe sollte man nicht zu große Anforderungen stellen, denn Perückentauben sind keine Farbentauben. Sie haben die sogenannten Brieftaubenfarben. Die Farben sollten jedoch gleichmäßig rein sein und auf dem Flügelschild nicht allzu gehämmert erscheinen. Ob der Farbton etwas heller oder dunkler erscheint ist von untergeordneter Bedeutung. Bei den Roten und Gelben sind die farbigen Armschwingen nicht durchgefärbt. Sie zeigen einen Spiegel am Federende. Täubinnen dieser Farbenschläge dürfen eine hellere Bauchfarbe zeigen. Täuber dagegen müssen für höhere Wertnoten durchgefärbt sein. Getigerte haben möglichst gleichmäßig verteilte (nicht flächige) Zeichnung am ganzen Körper. Die Mönchzeichnung muß bei getigerten Tauben erkennbar sein. Das heißt, daß die Handschwingen in der Zeichnung nicht wechseln dürfen. Hier gilt ebenso wie bei den gemönchten sechs bis zehn Handschwingen weiß. Bei den Armschwingen kann jede Feder wechseln, wenn die erste Feder farbig ist. An der Brustpartie muß eine Tigerung erkennbar sein. Die sogenannte Schimmelfeder (nicht durchgefärbte Zeichnungsfeder) wollen wir in absehbarer Zeit aus unseren Zuchten verdrängen. Daher wird es auf Sonderschauen auf getigerte Tiere mit Schimmelfedern keine Höchstnoten mehr geben.

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Zuchtstand der Farbenschläge

 

Zu einem der führenden Farbenschlägen zählt derzeit der weiße Farbenschlag. Diesen züchten auch sehr viele Zuchtfreunde. In diesem Farbenschlag finden wir sehr feine Tiere in Figur, Haltung, Stand sowie enormer Federlänge. Jedoch die Federfülle und die punktförmige Rose ist zu verbessern. Der schwarze Farbenschlag begeistert durch eine enorme Federfülle, beste Hutfeder und lackreiche Farbe. Der Stand sowie die Federqualität müssen verbessert werden (zu haarige Feder). Figürlich haben sie sich in den letzten Jahren verbessert. Die Roten und Gelben Perückentauben begeistern mit rassigen Figuren und enormer Hals- und Federlänge. Sie sind momentan die führenden Farbenschläge. Zuchtziel muß hier ein noch korrekterer Strukturaufbau (besonders die Rose und der Kettenfederansatz) und eine federreiche Mähne sein. Die getigerten Vertreter, besonders die Schwarzgetigerten, sind immer beliebt. Die Zucht dieser Farbenschläge wird immer ein Weg der kleinen Schritte sein. Die Spitzentiere sind den farbigen gleichzustellen. Wie schon vermerkt, muß die Zeichnungsfeder bei den getigerten durchgefärbt sein. Die Farbenschläge Blau mit Binden und Blau ohne Binden, die wir nicht sehr oft auf unseren Ausstellungen zu sehen bekommen, werden wahrscheinlich nie die Federlänge der Roten und Gelben Perückentauben erlangen. Diese Farbenschläge muß man eigenständig beurteilen. Figürlich und im Stand sowie in Farbe und Zeichnung gibt es beachtliche Vertreter. Zuchtziel muß eine noch geordnetere Strukturfeder (glattere Kettenfeder, höherer Sitz der Rose) und natürlich eine längere Strukturfeder sein, was besonders auf die Blauen ohne Binden zutrifft. Im aparten Farbenschlag Gelbfahl ist in den letzten Jahren ein deutlicher Aufschwung in Quantität sowie Qualität feststellbar. Die besten Vertreter kommen in der Federlänge bereits an führende Farbenschläge heran. Die Feder dürfte dabei jedoch oftmals noch etwas stabiler sein. Auf ein reines Flügelschild und keine so blaue Bauchfarbe, besonders bei den Täubern, ist bei der Zuchtauswahl zu achten. Unsere neuen Farbenschläge, die im Jahre 1996 anerkannt wurden, sind die Rotfahlen und die Blaufahlen. Etliche Zuchtfreunde züchten diese doch farblich sehr schöne Variante. Sie gehören ja eigentlich schon immer zu der Blaugruppe der Perückentaubenzucht. Viele Züchter hatten bereits immer wieder einmal mehr oder weniger Tiere dieses Farbenschlages in Ihren Stallungen, wenn sie die Tiere der Blaugruppe untereinander verpaarten. So ist es auch nicht verwunderlich, daß es bereits in beiden Farbenschlägen sehr feine Vertreter gibt. Natürlich fallen sie in den Farben noch nicht so konstant wie man es vielleicht gerne möchte, doch muß man bedenken, daß dies ja auch keine Farbentauben sonder Strukturtauben sind und sie Brieftaubenfarben haben. Man will jedoch versuchen sie einheitlicher zu züchten, das heißt wir wollen die rote Farbe in die Strukturfeder der Rotfahlen bringen und dies bei einem reinem Flügelschild das nicht zu blau ist. Die Figuren und den freien Stand sowie Halslänge und teilweise auch die richtige Federlänge ist bereits vorhanden. Sie sind in guten Züchterhänden und sie werden Ihren Weg machen.

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Fachbegriffe

Die Liebhaberei zu Perückentauben beinhaltet eine Menge Fachausdrücke die dazu dienen, den Körper, die Struktur und die Anordnung der Federn in mehr Details zu erklären als notwendig wären. Viele dieser Fachausdrücke wirken auf den neuen Liebhaber als wenn sie aus einer fremden Sprache kommen würden.

FEDERSTRUKTUR steht für die vollständige Federanordnung der Perückentaube von den Schultern aufwärts, über die Mähne, den Hut und das Top und die Kette die alle übergangslos miteinander verbunden die vollständige Federstruktur ergeben.

KETTE steht für den Teil der Struktur der seinen Radius vom Mittelpunkt des Kopfes vorwärts, abwärts bis hin zum Gesicht schlägt.

HUT steht für die Federn die von hinten über den Kopf kommen und nach vorne hin fallen und wenn möglich über den Augen als Abschluß eine Linie bilden. Von oben betrachtet bildet sich ein „Hut“.

TOP Dies steht für die Bedeutung der Federn in bezug auf Länge und Fülle über dem Kopf in der Hutformation. Wir wollen das „Top“ so lang und füllig wie es eine gute Federlage zuläßt.

DORNEN stehen für die Federn (Kopffedern) die von dem Kopf der Perückentaube in den Hut wachsen. Von oben betrachtet steht der Dorn so in den Hut daß er den Hut in der Mitte teilt.

HÖRNER stehen für die Federn (Kopffedern) die links und rechts am Kopfende in den Hut wachsen. Von oben betrachtet stehen die Hörner so in den Hut daß sie den Hut über die volle Hutbreite stützen.

MÄHNE steht für den Teil der Struktur der seinen Radius vom Mittelpunkt des Kopfes rückwärts, abwärts bis hin zum Rücken schlägt.

WHIP–IN steht von der Seite aus betrachtet für den schmalsten Punkt der Federstruktur im unteren Bereich. Es ist die Gegend zwischen den Schultern, an der Basis das Halses. Der schmalste Punkt von dem aus die Federn der Struktur aufwärts und abwärts laufen. Im Normalfall haben Perückentauben mit einem längeren Hals ein besseres „Whip-In“.

FEDER- od. AUGENLINIE steht für den breitesten Teil der Struktur im Seitenprofil betrachtet. Diese Gegend kann als eine horizontale, gestreckte Linie betrachtet werden die unmittelbar durch das Zentrum der Augen läuft.

FEDERLAGE steht für die Art wie die Federn in der Federstruktur ineinander übergehen. Wenn bei einer Perückentaube alle Federn ineinander übergehen und keine Feder herausragt, verleiht ihr das einen glatten Ausdruck in der Struktur. Das nennt man eine gute Federlage.

FEDERBREITE Steht für die Fülle und das Volumen der Federn. Es fällt am deutlichsten von vorne oder von hinten betrachtet auf.

SCHINDELN stehen für einen Fehler in der Kette. Von vorne betrachtet kommen die Federn von jeder Seite bis über das Gesicht der Perückentauben und bilden die Kettenfedern die so gut liegen sollten daß sie auf jeder Seite der Kette eine vertikale Kante wie bei einem stumpfen Messer ergeben. Wenn diese Federn nicht absolut richtig ineinander übergehen und gut liegen wirkt die Kette rauh und die Federn liegen seitwärts so verdreht wie Schindeln auf einem Dach. Das verstehen wir unter „Schindeln“.

SCHIEFER HUT Von oben aus betrachtet sollte der Hut von oben über den Kopf fallen und am Ende in einer geraden Linie über den Augen enden. Wenn der Hut in eine Richtung abdriftet und die Federn mehr einen Winkel zu einer Seite hin bilden als gerade aus zu wachsen, sprechen wir von einem „schiefen Hut“.

LÜCKE (BREAK) Ein „Break“ in der Mähne bezieht sich auf eine Stelle in der Mähne, in der einige Federn fehlen, so daß ein kleines Loch in der Federanordnung entsteht und im Gesamtbild eine Lücke in der Strukturlinie sichtbar ist.

GEKREUZTE MÄHNE Wenn wir die Mähne von hinten aus betrachten, laufen die Federn nicht wie gewöhnlich von jeder Seite bis zur Mitte hin, wo sie eine perfekte Linie bilden, sondern überqueren diese Linie auf die andere Seite hin, um der Mähne so einen zickzack- artigen Verlauf zu geben. Dies ist kein gutes Merkmal unserer Perückentauben.

SCHWINGENDE MÄHNE Wenn wir die Mähne von hinten betrachten, sollte sie genau im Zentrum der Schultern eine tote Linie bilden. Wenn die Mähne zu einer Seite hin schwingt, nennen wir das eine „schwingende Mähne“.

OFENROHR steht für eine Perückentaube der es in der Augenlinie an Federlänge fehlt. Betrachtet man dies im Seitenprofil ergibt sich der Eindruck eines geraden Auf- und Ab der Struktur was im Gegensatz zu dem von uns gewünschten, gut gerundeten  Aussehen der Struktur steht.

BALANCE steht für eine gut proportionierte Perückentaube. Gewöhnlich ist eine gute Ausstellungstaube gut ausbalanciert d.h. ausgeglichen. Eine Perückentaube die in keiner Weise extrem ist aber viele wünschenswerte Charakteristiken d.h. Merkmale besitzt. Mit guten Rundungen d.h. einfach komplett.

SCHIFF steht für einen Typ mit größeren, gröberen Körpermaßen. Nicht für die feinen, stromlinienförmigen Körpermaße die wir uns wünschen. Gewöhnlich steht eine „schiffartige“ Perückentaube mehr horizontal als vertikal was ihr den „schiffartigen“ Ausdruck verleiht. Es ist kein gutes Merkmal unserer Perückentauben.

KRIECHER steht für eine Perückentaube die nicht ordentlich steht. Eine Perückentaube die am Boden rutscht oder kriecht. Ebenfalls ein Merkmal das wir bei unseren Perückentauben nicht wünschen.

STRECKUNG od. REICHWEITE steht für die Möglichkeit einer Perückentaube hochgewachsen zu stehen um dabei ihre maximale Länge zu zeigen. Dies sind Merkmale die eine gute Ausstellungstaube immer haben muß.

Quelle: Clint Robertson

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